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Die Geschichte von Augusta Raurica

Rund 400 Jahre lang war Augusta Raurica eine der wichtigsten Römerstädte nördlich der Alpen. Heute liegen ihre Reste in den Gemeinden Augst (Basel-Landschaft) und Kaiseraugst (Aargau).

Die Lage

Die Stadt entstand auf einem Plateau am Südufer des Rheins, zwischen den Bächen Ergolz und Violenbach. Hier kreuzten sich der Wasserweg auf dem Rhein und die Strassen vom Mittelland an den Oberrhein und über den Jura.

Der Name

Colonia Augusta Raurica verbindet den Namen des Kaisers Augustus mit dem der Rauriker, des keltischen Stammes, der vor den Römern in der Gegend siedelte.

Die Bevölkerung

In ihrer Blütezeit im 2. Jahrhundert lebten schätzungsweise 10 000 bis 20 000 Menschen in der Stadt: Händler, Handwerker, Veteranen, Beamte und ihre Familien.

Zeitleiste

  1. 58 v. Chr.

    Die Rauriker

    Die Rauriker ziehen gemeinsam mit den Helvetiern nach Westen und werden von Caesar bei Bibracte geschlagen. Danach kehren sie in ihr Gebiet am Rheinknie zurück.

  2. 44 v. Chr.

    Gründung der Colonia Raurica

    Lucius Munatius Plancus, ein Feldherr Caesars, gründet laut seiner Grabinschrift in Gaeta eine Kolonie im Gebiet der Rauriker. Wo genau diese erste Gründung lag, ist nicht geklärt.

  3. um 15 v. Chr.

    Neugründung unter Augustus

    Im Zuge der römischen Feldzüge an Rhein und Donau entsteht die Stadt am heutigen Ort. Die ersten Häuser sind aus Holz und Lehm.

  4. 1. Jh. n. Chr.

    Die Stadt wird aus Stein gebaut

    Forum, Tempel, Thermen und ein erstes Theater entstehen. Ein regelmässiges Strassenraster teilt die Oberstadt in Häuserblöcke (insulae). Eine Wasserleitung bringt Frischwasser aus dem Ergolztal.

  5. 2. Jh. n. Chr.

    Blütezeit

    Die Stadt wächst bis in die Unterstadt am Rhein. Das Theater wird zur Arena umgebaut und später wieder zum Theater. Am Stadtrand entsteht das Amphitheater im Sichelengraben. Aus dieser Zeit stammt auch das bekannte Gladiatorenmosaik aus Augst.

  6. 3. Jh. n. Chr.

    Krise

    Unruhen im Reich, Einfälle germanischer Gruppen über den Rhein und Zerstörungen treffen die Stadt schwer. Die Bevölkerung schrumpft, Teile der Oberstadt werden aufgegeben. Der Sporn Kastelen wird befestigt.

  7. um 300 n. Chr.

    Castrum Rauracense

    Am Rhein im heutigen Kaiseraugst wird ein starkes Kastell gebaut. Es wird zum neuen Zentrum und sichert die Rheingrenze.

  8. 4. Jh. n. Chr.

    Spätantike

    Beim Kastell entsteht ein neues, kleineres Amphitheater. Um die Mitte des Jahrhunderts wird der Kaiseraugster Silberschatz vergraben, der erst 1961/62 wiederentdeckt wird. Mit Bischof Justinianus ist 346 ein Bischof der Rauriker bezeugt.

  9. ab 5. Jh.

    Übergang ins Mittelalter

    Das Kastell bleibt besiedelt. Der Bischofssitz verlagert sich im Lauf der Zeit nach Basel. Die Ruinen der Oberstadt dienen über Jahrhunderte als Steinbruch.

  10. ab 16. Jh.

    Wiederentdeckung

    Basler Gelehrte wie Basilius Amerbach untersuchen Ende des 16. Jahrhunderts die Ruinen des Theaters. Heute ist Augusta Raurica das grösste archäologische Freilichtmuseum der Schweiz, mit Museum, Römerhaus und laufenden Ausgrabungen.

Warum das für die Ludus-Frage wichtig ist

Eine Gladiatorenschule setzt eine Stadt voraus, die regelmässig und mit viel Geld Spiele ausrichtet. Die Blütezeit im 2. Jahrhundert und die Arenen aus drei Epochen zeigen, dass Augusta Raurica diese Voraussetzung erfüllte. Mehr dazu auf der Seite Drei Amphitheater.